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Universität Reims Champagne–Ardenne

Entstehung

 

Die Universität von Reims


Die 1549 durch eine Bulle des Papstes gegründete Universität von Reims ist 458 Jahre alt. Wir möchten an die Umstände ihrer Gründung und die bedeutenden Daten ihrer Geschichte erinnern.


Während die ersten Universitäten in Frankreich Ende des 12. Jh. entstanden, wurde die Gründung einer Universität in Reims anlässlich der Krönung von Henri II. in Erwägung gezogen, wie uns Patrick Demouy, Geschichtsdozent (URF Literatur) berichtet. Karl von Lothringen, Bischof von Reims und künftiger Kardinal, formulierte auf seiner Reise nach Rom anlässlich seines Kirchenrats eine entsprechende Bitte. Die Bulle zur Gründung der Universität von Reims wurde am 5. Jaguar 1548 verkündet. Die offenen Urkunden des Königs folgten im März des gleichen Jahres. Doch das Parlament registrierte sie erst am 29. Januar 1549.


Gründung der Kunstfakultät am Collège des Bons Enfants

Die Kunstfakultät (die Universität bestand damals aus 4 Fakultäten: der Fakultät für Kunst, Theologie, Medizin und Jura) wurde als erste eingerichtet, und zwar am Collège des Bons Enfants, in der Nähe des heutigen Universitätskollegs. Einer der wenigen Überreste aus dieser Zeit ist das Renaissancetor in der Rue Vauthier le Noir, das von den beiden Kinderköpfen, dem „lachenden Hans » und dem „weinenden Hans » gesäumt wird.
Die Kunstfakultät umfasste sieben freie Künste: die Kunst der Grammatik, der Rhetorik, der Dialektik, der Arithmetik, der Geometrie, Astronomie und Musik. Die Erziehung, mit welcher der Klerus betraut wurde, war stark religiös geprägt. Abt Ernest Cauly schrieb in seinem Buch über das Collège des Bons Enfants, aus dem hier mehrere Auszüge zu lesen sind: „Der Kardinal dachte zunächst an Dinge im Zusammenhang mit Gott und an Religion. Er sah darin eine solide Grundlage und ein sicheres Fundament für sein Schaffen. Seine Hauptsorge galt der Messe von Saint Patrice, der Kapelle des Kollegs, die gleichzeitig Mittelpunkt der Universität war.
Die Einrichtung der Fakultäten für Theologie, Medizin und Jura, die per Gründungsbulle entstanden, dauerte etwas länger.  Die Fakultät für Theologie war als erste fertig.
Die  medizinische Fakultät, die durch die Bulle 1550 gegründet wurde, bestand eher in der Theorie. Erst mit der Stiftung von Fournier, Beauchène und Bossumet zu Beginn des XVIII Jh. tauchten die ersten Dozenten und Studenten auf und erhielt die Fakultät Räumlichkeiten.
Die juristische Fakultät scheint nicht vor 1568 entstanden zu sein.
"Unter der Schirmherrschart des Kardinals von Lothringen und unter dem Einfluss der noch neuen Universität"  fügt Abt Ernest Cauly hinzu, und zitiert den Schriftsteller Nicolas Boucher, "wird Reims eine Stadt der Natur- und Geisteswissenschaften. Nicht nur die Schüler kommen zu Hauff, sondern auch die Bürger. Nie zuvor war sie reicher und schöner, waren die Gebäude prachtvoller gewesen, nie zuvor hatten die Geisteswissenschaften eine solche Blütezeit gekannt und nie war die Anzahl der Wissenden größer gewesen."


An den französischen Universitäten schlägt die Stunde der Revolution

«Das nationale Konvent, das voll und ganz mit seinen Proskriptionsgesetzen beschäftigt war »,so Ernest Cauly, „ließ die Frage der öffentlichen Bildung in Frankreich vollkommen bei Seite. Am 8. März 1793 erschien ein einziger Erlass. Es handelte sich um Gesetz über die Verstaatlichung der Bildungseinrichtungen. Die Dynamik der Universitäten, Kollegs, Akademien, natur- und geisteswissenschaftlichen Gesellschaften wurden durch diese eigennützige Maßnahme gebrochen.
Ab dem 19. Jh. wurde im medizinischen Lehrinstitut ein kontinuierlicher Hochschulunterricht gewährleistet, der eine Vorstufe der Renaissance der Bildungsinitiativen der Jahre 1950-1960 war.


Die Universität von Reims von 1956 bis 1971 und die Entstehung des Campus

Die meisten Hochschuleinrichtungen entstanden in der Zeit von 1956-1971 bzw. wurden zu dieser Zeit ausgebaut. Die Hochschulen für Medizin, Pharmazeutik und Zahnmedizin wurden in der Rue Simon eingerichtet. Die Räumlichkeiten der ESC befanden sich im Gymnasium Roosevelt. 1956 wurde gegenüber der medizinischen Schule eine naturwissenschaftliche Schule eröffnet. 1957 wurde das Reimser Zentrum « Centre Rémois » in Verbindung mit der Berufsschule « Centre National des Arts et Métiers“ eingerichtet. 1963 entstand in der Rue d'Anjou das geisteswissenschaftliche Universitätszentrum « Centre Littéraire Universitaire », das zunächst nur eine Nebenstelle der Universität von Nancy war. 1962 entstand der Campus der Fakultät für Naturwissenschaften. 1965 wurde das I.U.T. gegründet. Im gleichen Jahr bekamen Medizin- und Pharmazeutikstudenten eine nagelneue Fakultät. 1968 wurde im « Centre Littéraire » die Fakultät für Geisteswissenschaften untergebracht. Im Studienjahr 1970-1971 hielten die Studenten Einzug auf dem Campus Croix-Rouge. Jura- und BWL-Studenten folgen bald ihrem Beispiel. Was die Handelshochschule anging, wurde sie vom Lycée Roosevelt in die Nähe der Hörsäle des Campus für Jura und Geisteswissenschaften verlegt. Erst sehr viel später (1978) bekamen die Odontologie-Studenten neue Räumlichkeiten in der Rue du Général Koenig, Nr. 2.

 

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